7. Juli 2018

Das große Krabbeln

„Da muss jetzt mal was gemacht werden“ – fast alle Parteien haben nun das Insektensterben entdeckt, nachdem schon seit Jahren ein dramatischer Rückgang aller möglichen Insektenarten in Deutschland zu verzeichnen ist. Immerhin gelten z.b. fast alle heimischen Tagfalter als stark bedroht.

Die Ursachen sind vielfältig, Pestizideinsatz, maschinengerechte Umformung weiter Landstriche, deutscher Ordnungssinn auf jedem Fleckchen, Rückgang der Wiesenwirtschaft, Zerstörung von Lebensräumen durch Versiegelung – die Liste ließe sich noch länger fortsetzen. Der kundige Naturfreund weiß, dass gerade unsere Stadt schon seit vielen Jahren vorbildlich Blühstreifen entlang von Äckern fördert, und auch sonst eine Menge in Sachen Landschaftspflege und Artenschutz tut.

Aber es gibt bekanntlich Nichts was sich noch verbessern ließe. Letztlich braucht es noch viel mehr Flächen, die unbeeinflusst von Kunstdünger und Pestiziden Lebensraum für Insekten bieten. Hierzu braucht es professionelles Management um möglichst effizient zu sein. Das wird Zeit und Geld kosten – die Politik wird sich in ihren Entscheidungen daran messen lassen müssen, wie wichtig ihr dieses Thema ist. Ferner ist so manches was Insekten dient, durchaus gewöhnungsbedürftig für den Bürger: Die Insektenwelt besteht nicht nur aus Honigbienen die über blühenden Wiesen kreisen, viele Insekten mögen es unaufgeräumt und struppig – das gefällt nicht jedem. Genauso wenig z.b. wie die Bankette entlang der Waldwege, die in diesem Jahr später gemäht werden. So mancher kritisierte starke Rückschnitt von Gehölzen entpuppt sich als Wohltat für Insekten, die auf Licht und Sonne angewiesen sind.

Bis die große Politik soweit ist, kann aber jeder Gartenbesitzer auch selbst etwas tun: Ist es nötig das vom Opa geerbte Obstbaumstückle jedes Wochenende mit dem Rasenmäher zu bearbeiten? Und passen Kirschlorbeer und Schottersteine nicht besser zu Friedhöfen und Ehrenmalen? Könnte man nicht wenigstens ein paar bienenfreundliche Blütenpflanzen im Garten unterbringen? Dass im heimischen Garten die Giftspritze nicht zum Einsatz kommt – versteht sich dann wie von selbst.

Axel Armbruster
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